Archiv für den Monat: Oktober 2015

Tag der Schufa

Ich möchte hiermit den Tag der Schufa begründen . Dies soll der Tag sein an dem jeder Verbraucher sich „spontan“ entschließt. sich bei allen Wirtschaftsauskunfteien, insbesondere der Schufa die ihm gesetzlich zustehende Auskunft einzuholen.
Und damit das nicht so berechenbar wird sollte dies kein feststehender sondern frei fluktuierender Tag sein der durchaus auch mehr als einmal im Jahr stattfinden kann.

Und dann kann man ja z.B. in den sozialen Medien dazu die Erfahrungen posten.

„Meine Schufa“

„Meine Schufa“ klingt irgendwie putzig und nett, suggeriert etwas das mir gehört  und damit habe ich auch Kontrolle darüber. Die Schufa stellt sich gegenüber dem Kreditnehmer und Betroffenem ihrer Datengier,  gerne als Dienstleister im Interesse des Kredinehmers dar,
das ist sie aber nicht.
Die Schufa ist ein Wirtschaftsunternehmen dass sich mehrheitlich im Besitz der Banken befindet und mit Datensätzen Ihrer Mitglieder und dem darauf basierenden Score schwunghaften Handel betreibt.
Dies geschieht nicht , wie gerne von der Schufa mit so putzigen Floskeln wie „meine Schufa“ suggeriert, vordringlich im Interesse der Kreditnehmer sondern im ausschließlichen Interesse der Kreditgeber.
Der Score der Schufa bestimmt indirekt oder direkt die Höhe des vom Kreditnehmer zu zahlenden Kreditzinses. Schlechter Score heißt dann Kredit zu  schlechten Zinskonditionen
oder garkein Kredit. Je schlechter der Score desto höher der Zins.

Da die Schufa mehrheitlich im Besitz der Banken ist die Kredite vergeben, könnte man auf den Gedanken kommen dass seitend der Schufa ein vordringliches Interesse daran besteht nicht allzuviele gute Scores zu vergeben, da diese sich negativ auf die Höhe des Zinses und damit auf den Gewinn der Banken auswirkt, die wiederum mehrheitlich Eigentümer der Schufa sind.

Das Scoring ist höchst umstritten da es für den Kreditnehmer nicht einsehbar und damit nicht
nachvollziehbar ist. Jurisitsch ist die Nichtoffenlegung des Scores derzeit abgesegnet und der Gesetzgeber müht sich ab dies im Interesse des Verbrauchers irgendwie neu zu regeln, tut sich hier aber extrem schwer. Das ist so als würde man die Frösche beauftragen den Sumpf trocken zu legen, denn der Staat ist mit der Bankenbranche die er regulieren soll eng
verbandelt und man befindet sich in einer gewissen wechselseitigen Abhängigkeit. Man darf
also getrost davon ausgehen dass hier keine Regelungen getroffen werden, die den Banken
allzusehr zusetzen.

Der Zins ist der Preis den man für geliehenes Geld zahlt, er ist natürlich umso höher je geringer die Wahrscheinlichkeit für den Kreditgeber ist, den verliehenen Betrag am Ende der Laufzeit
komplett zurück zu erhalten. Deshalb haben z.B. Länder wie Griechenland extrem hohe Zinsen gezahlt, als diese noch nicht von der EZB in den Keller gedrückt wurden und es den Euro  nicht gab.
Diese Aufgabe des Zinses ist nötig und legitim, auch würde sich jeder der Geld verleiht natürlich vor Kreditausfall schützen wollen.

Bevor es die Schufa gab, erhielt man den Kredit von der Bank durch ein Gespräch mit einem Mitarbeiter der Bank, der einem die Einschätzung der Bank bezüglich der Krediwürdigkeit persönlich erklärte. Damit konnte man sich auseinandersetzen und im Zweifel sich eine andere Bank suchen die einem dann vielleicht den Kredit gab den die erste möglicherweise ablehnte.
Ein sehr persönlicher und meist transparenter Prozeß.

Ersetzt wurde dieser durch das vollkommen intransparente Scoring System der Schufa. Heute verlässt sich die Bank nicht mehr auf die persönliche Kenntnis des Kunden, sondern drückt einen Knopf am Computer und vergibt die Konsumentenkredite nach Schufa Scoring und Schufa Auskunft.
Das ist häufig nicht im Interesse des Kunden, da die Datensätze der Schufa oft fehlerhaft und das Scoring Modell eben kein genaues Abbild der Wirklichkeit ist.

In das Scoring fließt zum Beispiel auch der Wohnort und die Häufigkeit der Wohnortwechsel ein.  Die „Logik“ die dahinter zu stehen scheint, wer in der besseren Gegend wohnt kanns sich leisten und wer häufig umzieht ist nicht zuverlässig in Bezug auf seinen Job.
Das ist dem Grunde nach ziemlicher Blödsinn, viele Berufstätige müssen in der heutigen Zeit oft umziehen um einen vernünftigen Job zu bekommen, die räumliche Flexibilität wird in Deutschland und Europa immer mehr zur Notwendigkeit um Arbeit zu bekommen und zu behalten.  Und wer in in einer teueren Gegend wohnt lebt vielleicht auch über seine Verhältnisse, während wer in einer günstigen vielleicht sozial nicht so angesehenen Gegend wohnt, lebt vielleicht eher in als über seine Verhältnisse.

Kurz gesagt das Scoring System ist intransparenter Müll im Interesse der Banken, die so höhere Zinsen ansetzen können ohne dafür eine nachvollziehbare Begründung liefern zu müssen.

Züruck zu „meine Schufa“ . Es ist jedem anzuraten sich bei jeder existierenden Wirtschaftsauskunftei, einmal im Jahr über die zur Person gespeicherten Daten zu informieren.
Dies machen immer noch viel zu wenige Menschen. Wenn die Daten von Wikipedia stimmen und die Schufa Datensätze über ca. 66 Millionen Bürger hat aber nur 1,9 Millionen sich jährlich für Ihre Daten interessieren dann gibt es da erheblichen Nachholbedarf im eigenen Interesse.

Die Schufa ist eine Datenkrake, die sich gerne ein seriösen Anstrich gibt. Der Gesetzgeber wird die ausufernde Macht dieser Organisation nicht wesentlich beschränken. Als Bürger hat man nur die Möglichkeit ausgiebig von der Auskunftspflicht der Wirtschaftsauskunfteien Gebrauch zu machen und auch auch Korrekturen einzufordern wo die Daten falsch sind. Nur wenn man Rechte einfordert sind diese auch wirksam.

Wie wirksam ist denn nun dieses angeblich  unfehlbare System der Schufa eigentlich ? Dazu müßte man sich die Zahl der Kreditausfälle vor Exsistenz der Schufa und die heute einmal ansehen. Vielleicht reicht es ja auch sich vor Augen zu führen wieviele überschuldete Haushalte es in Deutschland gibt und wie hier die Entwicklung ist :

http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article134057480/Kaufrausch-auf-Pump-stuerzt-Deutsche-in-den-Ruin.html

Ich behaupte einfach mal hätten die Banken mit der Schufa ein todsicheres System der Kreditvergabe geschaffen, dass die Kreditausfälle auf ein Mininmum reduziert gäbe es diese Anzahl überschuldeter Haushalte nicht. Insbesondere nicht in Zeiten der Quasivollbeschäftigung.

Ich bin der festen Überzeugung das die Schufa im historischen Kontext der Kreditvergabepraxis und der Kreditausfälle, sich schlicht als wirkungslos herausstellen würde.

Was ist die Alternative ? Man kehrt schlicht zu der persönlichen Einschätzung des Sachbearbeiters der Bank zurück, wie es vor der Schufa der Fall war. Oder man installiert ein System das transparent und für jeden nachvollziehbar unabhängig von den Banken die Kreditwürdigkeit mißt.

All das wird wahrscheinlich nicht kommen. Wohl aber alternative Kreditvergaben  wie z.B.
Crowdfunding für die Unternehmensgründer auch im privaten Bereich.

Bis dahin gilt der beste Kredit ist der den man nicht aufnimmt. Denn wie Markt Twain schon anmerkte “ Ein Banker ist jemand der einem einen Regenschirm leiht wenn die Sonne scheint und ihn zurückfordert wenn es regnet“.