Aktientipps

Wenn man selbst keine Lust hat auf Recherche, dann könnte man ja in Versuchung kommen und auf Aktientipps ausweichen. Grundsätzlich gilt – wie immer – das muß jeder selber wissen.

Ich werde hier nur – wenn überhaupt – grundsätzliche Einschätzungen zur Geldanlage und keine speziellen Empfehlungen äußern. Hin und wieder wie auch hier poste ich dann vielleicht mal eine Empfehlung aus irgendeiner Wirtschaftszeitung. In diesem Fall um deutlich zu machen
wo meine Bedenken liegen.

Capital.de hat als Aktie der Woche die Firma Fabasoft für die eher spekulative Geldanlage gepostet : capital zu fabasoft .

Für Empfehlungen generell gilt, sind sie erstmal in einem Massenmedium veröffentlicht sind sie kein „Geheimtipp“ mehr.

Es spricht nichts dagegen sich Empfehlungen näher anzusehen, man sollte sich dabei aber immer eigene Gedanken zu den Unternehmen machen und letztendlich entscheiden ob diese zu der eigenen Anlagestrategie passen.

Dann sollte man sich immer Fragen wem nutzt diese Empfehlung ?

EIn weiterer grundsätzlichen Gedanke ist der, dass Leser von Wirtschaftsmagazinen sicher immer irgendwie erwarten dass sie einen heißen Anlagetipp kriegen, dem kommen die Magazine im Wochen – oder Monatsabstand, je nach erscheinen, auch gerne nach. Die Börsenmagazine bauen darauf ihr Geschäftsmodel.

Da stellt sich die Frage, wie denn bitte im Wochenabstand immer wieder lohnenswerte Geldanlagen auftauchen sollen, da sind doch heftige Zweifel angebracht. Die Tippgeber haften ja auch nicht wenn es schiefgeht.

Nun also zu Fabasoft und meinen unmaßgeblichen Gedanken dazu.

Bei der ersten Betrachtung fällt die Branche Software auf, dem Grunde nach immer gut für hohe Margen da man nicht umfangreich in Anlagen und Gebäude investieren muß. Die Marge scheint ja auch zumindest laut dem Artikel zu stimmen.

Nun eine sehr oberflächliche Betrachtung der Firma.  Thema Handelsvolumina, da sollte man sich ansehen wie die Aktie an der Hauptbörse gehandelt wird und ob die täglichen Umsätze denn eine gewisse Liquidität bzw. Handelbarkeit gewährleisten.

SIeht man sich das jetzt für Fabasoft für die deutschen Märkte an, so bewegt sich der Handel hier – von Handelsspitzen abgsehen- im niedrigen 4 stelligen Bereich. Aus meiner Sicht ein marktenger Wert den man tunlichst mit Limits handelt. Entsprechend dürfte hier auch bei niedrigen Stückzahlen Einfluss auf die Kurse genommen werden können.

Kommen wir nun zu den Zahlen die mich beim ersten hinsehen interessieren :

Quelle : Fabasoft auf Consors

Das KGV ist aus meiner Sicht mehr als sportlich und nur durch entsprechendes Wachstum in der Zukunft zu rechtfertigen, dieses Wachstum ist aber bisher nicht mehr als ein Versprechen.

DIe Firma macht Gewinne und zahlt DIvidende das unterscheidet sie von Delivery Hero und anderen luftig bewerteten Unternehmen. EIn Problem aus meiner Sicht, sieht man sich die Zahlen für 2014  bis 2016 an, wurde jeweils der ganze Jahresgewinn oder sogar mehr an die Aktionäre ausgeschüttet, dass halte ich für wenig nachvollziehbar. Auch wurde 2017 ein Aktienrückkaufprogramm beendet, dass natürlich zur künstlichen Aufhübschung des Gewinns pro Aktie führt.

Das Unternehmen den kompletten Jahresgewinn an die Aktionäre auszahlen ist eher ungewöhnlich und das findet man eher z.B. bei großen Ölkonzernen wenn der Ölpreis fällt und die Dividende stablil bleibt um den staatlichen Großaktionären kontinuierliche Einnahmen zu sichern und die bei Laune zu halten.

Bei einem kleinen Softwarestartup stelle ich mir die Frage womit die denn die Zukunftsivestitionen bestreiten wenn die Gewinne komplett ausgeschüttet werden und wem denn diese hohen Ausschüttungen und die Aktienrückkäufe nutzen. Da müßte man sich die Aktionärsstruktur mal genauer ansehen.  Auch da hilft Consors weiter und weist aus dass die Firma zu 67,19% im Besitz eines Helmut Fallmann und nur zu 32,81 % in Streubesitz ist.

Damit ist auch klar wieviel der Streubesitzaktionär zu sagen hat, nämlich eher nix. Der Streubesiztaktionär muß sich nämlich die Frage stellen, ob dass was der Haupteigentümer entscheidet auch gut für ihn als Einzelaktionär ist. Gut für den Hauptaktionär ist zumindest die Publicity durch capital, da er sich möglicherweise zu für ihn günstigen Kursen von eigenen Anteilen trennen kann bzw. der Kurs gepuscht wird.

Die Firma erscheint als Hoffnungswert und zwar dahingehend dass das hier von Capital angerissene Teilgeschäft in Zukunft explodiert und die schon jetzt luftige Bewertung dann sanktioniert.

Für mich heißt dass die Firma im Auge behalten, unter den jetzigen Bedingungen finde ich die eher uninteressant auch im Hinblick auf die Besitzverteilung und die damit verbundenen Interessensprioritäten.

Mein Fokus liegt auf einer Firma der Pharmabranche mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Dollar , Cashbeständen von 34 Milliarden und einem KGV von 9. Der Nachteil der letztgenannten Firma ist die ist sehr stark von einem Produkt abhängig,aber sie bemüht sich das sich das ändert. An der NASDQ werden von dieser Firma auch börsentäglich im Schnitt 5 Millionen Aktien gehandelt, markteng ist anders.
Ich gebe hier ja keine konkreten Tipps sondern beschreibe nur was ich tue deswegen steht hier auch nicht der Name der beschriebenen Pharmafirma. Man kann sie zwar leicht finden aber ich gebe hier explizit keine Kauf- oder sonstigen Anlageempfehlungen.

Die Pharmabranche hat halt das Problem auslaufender Patente und des Konflikts mit der Politik bei den Medikamentenpreisen, dafür sind die Margen meist recht auskömmlich und es wird Dividende gezahlt.

Muß halt jeder selber wissen wo er das Geld so anlegt.

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